Wolfert, Raimund

"Gegen Einsamkeit und 'Einsiedelei'"

Männerschwarm

16,00 €

Online reinlesen

"Gegen Einsamkeit und 'Einsiedelei'"

Zwischen Anpassung und Rebellion:


Schon vor dem Aufbruch der neuen, rebellischen Schwulenbewegung Anfang der 70er Jahre gab es eine bürgerliche Homo-Organisation mit guten Kontakten zu Medien und zur Politik, mit Regionalgruppen und einem eigenen Clubzentrum, zu dem jeder Zutritt hatte: die IHWO. Bei allem Einsatz blieb sie jedoch in den Anpassungsstrategien der sechziger Jahre stecken, protestierte sogar vehement gegen Rosa von Praunheims Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers.“.


Die Geschichte der IHWO erzählt von den spannenden Kontroversen zwischen Anpassung und Provokation, an denen sie 1974 zugrunde ging. Die Ironie der Geschichte: Nachdem die rebellische Bewegung zu beachtlichen Erfolgen führte, erlebt die Anpassung in Gestalt des LSVD eine Wiedergeburt.


Raimund Wolfert, geb. 1963, hat Skandinavistik, Linguistik und Bibliothekswissenschaft an den Universitäten in Bonn, Oslo und Berlin studiert (MA). Er arbeitet als freier Dozent in Berlin und hat bereits zahlreiche Veröffentlichungen, vornehmlich zu Themen des deutsch-skandinavischen Kulturkontakts und zur Geschichte der Homosexualität, vorgelegt. Herausgeber des Buches "Alles nur Kunst?": Knut Hamsun zwischen Ästhetik und Politik (1999).