Platen, August Graf von

Die Ghaselen

Männerschwarm

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Die Ghaselen

Anfang des 19. Jhdts. erlebte der Orientalismus in der deutschen Literatur eine kurze, aber üppige Blütezeit. Während Goethe im West-östlichen Divan lediglich die Themen orientalischer Dichtung aufgriff und Rückert die Verse des Hafis nachdichtete, wollte Platen die komplexe Gedichtform des persisch-arabischen Ghasels der deutschen Literatur einverleiben. Damit geriet er zwischen die Fronten des romantisierenden Orientalismus und der erstarkenden Nationalliteratur.


Aus heutiger Sicht erscheint die orientalische Bildervielfalt des Ghasels nicht mehr als „undeutsche“ Oberflächlichkeit, sondern als kraftvolle Alternative zum deutschen Ideal der geschlossenen lyrischen Szene, die es verdient, endlich unvoreingenommen betrachtet zu werden. Ihre Besonderheiten analysiert Ramin Shaghaghi in seinem Nachwort.


Dieser Band enthält den kompletten Text der drei Buchausgaben aus den Jahren 1821 und 1823 und ermöglicht so, Platens „Ghaselen-Projekt“ mit allen Höhen und Tiefen nachzuvollziehen.


 


 



August Graf von Platen Hallermünde (1796 – 1835) wurde in Ansbach geboren. Die Familie war nicht vermögend, gehörte jedoch zum Hochadel, und der junge Platen durchlief ganz standesgemäß Kadettenanstalt und Pagendienst am königlichen Hof. Im Alter von 18 Jahren nahm er als Leutnant am Feldzug gegen Napoleon teil. Neben seinem lyrischen Werk schuf Platen mehrere Versdramen; seine Tagebücher und Briefe sind wesentlicher Bestandteil seines literarischen Nachlasses.
Platen starb 1835 in Syrakus. Er gilt als erster deutscher Dichter, der seine Liebe zu Männern in Leben und Werk stets offen zum Ausdruck brachte. Bei Männerschwarm erschienen außerdem "Die Ghaselen" und eine Dokumentation seines Streits mit Heinrich Heine: "Schlaffe Ghaselen und Knoblauchsgeruch".


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