Amory, Richard

Das Lied des Sterntauchers

16,00 €

Online reinlesen

Das Lied des Sterntauchers

Dieser Roman aus dem Jahr 1966 ist zugleich Ausdruck wie Katalysator eines wachsenden schwulen Selbstbewusstseins. Der Autor orientiert sich an amerikanischen Gründungsepen wie „Lederstrumpf“ und „Pocahontas“ und beschreibt eine Reise in die unerforschte Wildnis als Abfolge sexueller Begegnungen mit Trappern und Indianern. Schließlich stößt der Held zur „Gesellschaft der Sterntaucher“, die eine lustvolle Alternative zum Selbsthass der puritanischen Pilgerväter lebten.


Amory schildert die erotischen Szenen mit einem pathetischen Überschwang, der den Übersetzer der deutschen Erstausgabe 1971 ("Rote Männer auf grünen Matten") wohl dazu verleitet hat, die Handlung mutwillig zu veralbern. Dabei hatte dieses klassische Kultbuch durchaus eine „ordentliche“ Übersetzung verdient.


Wir präsentieren deshalb hier erstmals die wahre Geschichte um Ephraim McIver, Träumender Bär und ihre weißen und roten Freunde, den sicherlich meistverkauften schwulen Erotikroman sowohl in Amerika wie in Deutschland.


Richard Amory hieß mit bürgerlichem Namen Richard Love und hat sein Autor-Pseudonym zu Amory latinisiert. Love wird 1927 in Oregan als Sohn eines Lehrerehepaars geboren. Er leistet Militärdienst, muss allerdings nicht am Krieg teilnehmen. In Mexiko City studiert er Anthropologie und arbeitet seit 1956 als Lehrer. 1957 heiratet er, 1958 wird das erste von drei Kindern geboren. Anfang der 1960er Jahre beginnt er ein Aufbaustudium, und an seinem Arbeitsplatz an der Universität beginnt er mit der Arbeit an Song of the Loon. 1970 trennt er sich von der Familie, tritt der “Society of Individual Rights” (SIR) bei und schreibt regelmäßig für deren Zeitschrift Vector. Love gründet die “Renaissance Group” der schwulen Autoren Dirk Vanden, Phil Andros, Peter Tuesday Hughes u.a. Er stirbt 1981.


Für sein Buch "Song of the Loon" erhält er ein einmaliges Honorar von 600 $, obwohl im Laufe der Jahre annähernd hunderttausend Exemplare des Buchs verkauft werden. Er schreibt in schneller Folge zwei weitere Bände der „Loon-Trilogy“: "Song of Aaron" (1967) und "Listen, the Loon sings" (1968). 1968 erscheint bereits eine Parodie unter dem Titel "Fruit of the Loon" (eine Anspielung auf die Textilmarke „Fruit of the Loom“). 1970 wird "The Song of the Loon" von Andrew Herbert verfilmt; Amory distanziert sich von dieser Verfilmung. Amory / Love ist weiterhin sehr produktiv. 1969 veröffentlicht er die Romane "Longhorn Drive", "A handsome young man with class" und "Naked on main street". 1971 folgt der autobiografische Roman "Frost", 1974 veröffentlicht er mit "Willow Song" sein letztes Buch.